Unser Westwindmitglied KaJo Frings schreibt seit über 50 Jahren Gedichte, Kabaretttexte, Beiträge in der Kreuzberger Chronik, etwa 80 Geschichten über die fiktive „Kanzlei Hilfreich“ und Reisebeschreibungen (zwischenzeitlich auch 40 Jahre lang juristische Schriftsätze). An diesem Abend liest er in der Landesvertretung NRW aus seinen Texten und erzählt Anekdoten nicht nur aus seiner Zeit als Anwalt und Notar in Kreuzberg.
KaJo Frings ist bekennender Prokrastinierer, also jemand, der gern alles aufschiebt! Seine juristischen Sechs-Wochen-Arbeiten schrieb er in der Regel in den letzten drei Tagen und Nächten vor dem Abgabetermin unter Druck und mit Captagon. Mit seiner eigenen Ansicht, wann eine Deadline endet, mussten sich u.a. Reiner Uthoff, Bruno Jonas, Sammy Drechsel, Gisela Oechelh äuser und Astrid Jacob rumschlagen. In seiner Zeit als Anwalt und Notar jedoch schaffte er es tatsächlich, alle Schriftsätze pünktlich einzureichen. Und von 2006 bis 2020 standen auch die Geschichten der fiktiven Kanzlei Hilfreich allmonatlich fristgerecht in der Kreuzberger Chronik.
Nun, mit dem Ende seiner juristischen Berufszeit holt der die alten Texte auf Kohlepapier- Durchschlägen aus dem roten Pappkoffer: Kabaretttexte für das Rational- und Renitenz-Theater, die Lach- und Schieß, die Distel, Sketche für „RTL-Samstag-Nacht“, kleine Revuen; stand mit Bruno Jonas, Lampenputzer und Lüsterklemme auf der Bühne.
Auch schrieb er diverse Liebesgedichte über gescheiterte Beziehungen, eine bisher unveröffentlichte Erzählung „Feldjäger“ über die mörderischen Folgen der Einführung des Wehrrechts in Berlin, Reisenotizen aus Afrika und Indien und eine abenteuerliche Schiffsreise von Odessa bis (fast) nach Istanbul und zurück.
Ja, KaJo Frings hat viel zu erzählen. Zu seiner letzten öffentlichen Lesung schrieb eine Zuhörerin auf Facebook: „Was für ein toller und mit fabelhaften Anekdoten aus dem Leben von KaJo Frings gespickter Kultur-Abend“. Wir freuen uns auf einen spannenden und lebendigen Abend mit Kajo Frings und der Moderation von Hans-Henner Becker.
FOTO-Credit: Kathleen Hager