Am 7. Januar 2026 folgten 14 Westwind-Mitglieder der Einladung der Galerie Hentrich & Shrivastava in Berlin-Charlottenburg und begaben sich auf eine ebenso inspirierende wie erkenntnisreiche Reise in die Kunstwelt der 1920er Jahre. Im Mittelpunkt des Abends stand die Ausstellung zur legendären Künstlervereinigung Junges Rheinland, die 1919 in Düsseldorf gegründet wurde und die kulturelle Aufbruchsstimmung der Weimarer Republik entscheidend mitprägte.
Die Werke der Gruppe spiegeln eindrucksvoll die Spannungen und Hoffnungen einer Zeit zwischen Neubeginn und Verunsicherung. Stilistisch zeigte sich das Junge Rheinland bemerkenswert offen: Expressionistische Bildwelten trafen auf dadaistische Experimente und neusachliche Präzision. Diese Vielfalt verlieh der Bewegung eine außergewöhnliche Dynamik – künstlerisch radikal, gesellschaftlich wach, emotional aufgeladen.
Zu den prominentesten Vertretern zählen Persönlichkeiten wie Otto Dix, dessen schonungslose Bildsprache bis heute fasziniert, sowie Max Ernst, der die Grenzen zwischen Realität und Imagination neu definierte. Auch Gert Wollheim, Heinrich Nauen und Arthur Kaufmann prägten die Identität der Gruppe mit unverwechselbaren Handschriften. Gemeinsam verband sie der Wille, die Kunst von Konventionen zu befreien und den Nerv ihrer Zeit sichtbar zu machen. 1933 wurde ihre Arbeit durch das nationalsozialistische Regime gewaltsam beendet.
Besonders bereichernd war die persönliche Einführung durch Frau Shrivastava und Herrn Hentrich. Mit spürbarer Leidenschaft gewährten sie nicht nur Einblicke in die Geschichte und Bedeutung der Künstlervereinigung, sondern auch in die oft verborgene Welt der Galeristenarbeit. Kunst erschien an diesem Abend nicht als statisches Objekt, sondern als lebendiger Dialog zwischen Künstlern, Sammlern und Betrachtern.
Der Abend klang in angeregten Gesprächen aus – begleitet von der Begeisterung, die nur große Kunst auslösen kann. Für einige Mitglieder blieb die Inspiration nicht ohne Folgen: Ausgewählte Werke fanden ihren Weg in die Wohnzimmer unserer Mitglieder und setzen die Begegnung mit dem Jungen Rheinland nun im eigenen Zuhause fort.
Vielen Dank an unser Vorstandsmitglied Hans-Henner Becker für die Organisation der exklusiven Kunstführung.
