Beim WESTWIND-Neujahrsempfang und „NRW ganz persönlich“ wirbt Ministerpräsident Hendrik Wüst für Zuversicht, Investitionen und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Der 11. Neujahrsempfang des WESTWIND – Wir Nordrhein-Westfalen in Berlin e.V. am 29. Januar 2026 war in Kombination mit der Talkrunde „NRW ganz persönlich“ ein besonderes Veranstaltungshighlight. Ehrengast war Ministerpräsident Hendrik Wüst MdL, der in seinem Auftaktstatement und der anschließenden Gesprächsrunde zentrale Zukunftsfragen und politische Schwerpunkte Nordrhein-Westfalens für das Jahr 2026 in den Blick nahm.

Vorsitzender Leo Dautzenberg begrüßte rund 150 Mitglieder und Gäste und dankte für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen. Zugleich gab er einen Ausblick auf kommende WESTWIND-Veranstaltungen.

Der Bevollmächtigte des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund, Dr. Matthias Roßbach, hob die enge Partnerschaft zwischen WESTWIND und der Landesvertretung mit vielen spannenden Veranstaltungsformaten hervor. Für die Gäste erläuterte die vielfältigen Aufgaben der Landesvertretung und dankte den Westwind-Mitgliedern für ihr großes Engagement.

Statement des Ministerpräsidenten
In seinem Impuls stellte Ministerpräsident Wüst die wirtschaftliche Entwicklung von Mittelstand und Industrie sowie die finanzpolitische Ausrichtung des Landes in den Mittelpunkt: „Mit einer verlässlichen Energieversorgung, dem Ausbau der erneuerbaren Energien sowie gezielten Investitionen in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz schaffen wir die Voraussetzungen, damit Industrie, Mittelstand und Start-ups auch künftig erfolgreich arbeiten können“, betonte er.

Trotz schwieriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen investiere Nordrhein-Westfalen konsequent in die Zukunft. Neben dem NRW-Plan habe die Landesregierung zusätzliche 12,6 Milliarden Euro für Zukunftsinvestitionen bereitgestellt. Leitlinie bleibe eine solide Finanzpolitik: Schulden nur, wo nötig – bei gleichzeitiger Stärkung der industriellen Basis. Gerade energieintensive Branchen wie Chemie und Stahl sowie der Mittelstand seien entscheidend für Wertschöpfung, Beschäftigung und Innovation. Eine erfolgreiche Transformation gelinge nur, wenn Industrie im Land gehalten und modernisiert werde. Der Kohleausstieg müsse mit einer klaren Kraftwerksstrategie einhergehen, für die NRW hervorragende Standorte biete.

Er warnte vor einer schleichenden Erosion demokratischer Selbstverständlichkeiten: Desinformation, politische Polarisierung, Extremismus und das bewusste Infragestellen staatlicher Legitimität stellten eine ernsthafte Herausforderung dar. Nordrhein-Westfalen begegne dem mit einer Kombination aus politischer Bildung, Prävention, Sicherheitsarbeit und gesellschaftlichem Dialog.

Besonders betonte Wüst die Rolle der Zivilgesellschaft. Vereine, Verbände, Ehrenamt und Netzwerke wie WESTWIND seien tragende Säulen demokratischer Kultur. Demokratie müsse sichtbar, erlebbar und widerspruchsfähig bleiben – auch und gerade in kontroversen Debatten.

In der Talkrunde „NRW ganz persönlich“ sprach er über neue Geschäftsfelder, die sich aus dem Strukturwandel ergeben. Durch den Abend führte als Moderator Leo Dautzenberg. Besonders beeindruckend waren für die Gäste die klaren Botschaften des Ministerpräsidenten und die seine sehr persönlichen Einlassungen zu seinem Werdegang mit den politischen Stationen sowie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Nach den Fragen zum Werdegang stellte Leo Dautzenberg die Frage nach dem Wertekompass und nach den prägenden Erlebnissen in seinem politischen Amt als Ministerpräsident. Dabei hob Wüst die Begegnung mit Margot Friedländer hervor, die im letzten Jahr im Alter von 103 Jahren verstorben ist und die Erinnerungskultur als Holocaust-Überlebende und Zeitzeugin immer präsentiert habe.

Wirtschaftliche Entwicklung
Der Weg „von der Kohle zur KI“ stehe exemplarisch für den Wandel, den NRW vollziehe. In diesem Zusammenhang ging Wüst auch auf sicherheits- und verteidigungsrelevante Industrien ein. Nordrhein-Westfalen sehe sich hier als Standort für technologische Innovationen, unter anderem durch Start-up- und Inkubator-Initiativen, die junge Unternehmen in sicherheitsrelevanten Zukunftstechnologien unterstützen sollen – stets eingebettet in klare politische und ethische Leitplanken.

Sportland NRW und die Olympia-Bewerbung
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Rolle Nordrhein-Westfalens als Sportland Nummer 1 in Deutschland. Wüst unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung des Sports – von der Breite bis zur Spitze – für Integration, Gesundheit und Zusammenhalt.

Wüst sprach von den idealen Möglichkeiten für die Olympischen Spiele in Nordrhein-Westfalen mit kurzen Wegen und der Nutzung der bestehenden und temporären Sportstätten im Land. Der Ministerpräsident machte deutlich, dass es sich um ein langfristig angelegtes Projekt handele, das auf vorhandene Infrastruktur, Nachhaltigkeit und breite gesellschaftliche Akzeptanz setze. NRW wolle keine Spiele „auf der grünen Wiese“, sondern ein modernes, dezentrales Konzept, das den Menschen im Land dauerhaft nutze. Der Dialog mit Kommunen, Sportverbänden und der Bevölkerung werde dabei konsequent fortgeführt.

Bildung als größter Haushaltsschwerpunkt
Im Themenblock Bildung verwies Wüst auf den klaren finanzpolitischen Schwerpunkt der Landesregierung: Mit über 43,5 Milliarden Euro bleibt Bildung auch im Haushalt 2026 der größte Einzelposten. Ministerpräsident Wüst bekräftigte sein Leitmotiv in der Bildungspolitik: „Motivierte und gut ausgebildete junge Menschen sind der Schlüssel für die Zukunft unseres Landes. Deshalb setzen wir klare Prioritäten bei Bildung und investieren konsequent in Schulen, Lehrkräfte und frühkindliche Förderung, um allen Kindern und Jugendlichen gute Startchancen zu eröffnen.“

Konkret gehe es darum, Kitas, Schulen und Hochschulen gleichermaßen zu stärken. Ein zentrales Vorhaben seien verpflichtende vorschulische Förderangebote (ABC-Klassen), um Sprach- und Basiskompetenzen bereits vor der Einschulung gezielt zu verbessern. Ziel sei mehr Bildungsgerechtigkeit von Anfang an.

Offen sprach Wüst auch über die größten Herausforderungen im Bildungssystem: Fachkräftemangel, hohe Heterogenität in den Klassen, soziale Ungleichheiten und bürokratische Hürden. Mit Hochdruck arbeite das Land an Reformen, unter anderem an einer stärkeren Verzahnung von frühkindlicher Bildung und Schule, an mehr Autonomie für Bildungseinrichtungen sowie an der Stärkung des Wissenschafts- und Forschungsstandorts NRW, um im Ländervergleich dauerhaft besser abzuschneiden.

Engagement gegen Einsamkeit
Ein besonders persönlicher Teil des Gesprächs widmete sich dem Thema Einsamkeit, für das sich Hendrik Wüst seit Jahren engagiert. Er schilderte, dass die Initialzündung aus vielen Begegnungen mit Betroffenen entstanden sei – quer durch alle Altersgruppen. Einsamkeit sei kein Randphänomen, sondern eine der großen sozialen Herausforderungen unserer Zeit.

Der Ministerpräsident hob hervor, wie wichtig es sei, Scham und Hemmnisse abzubauen und niedrigschwellige Angebote zu schaffen. Jeder Einzelne könne einen Beitrag leisten – durch Ehrenamt, Nachbarschaftsinitiativen oder einfach durch Aufmerksamkeit im Alltag. Staatliche Programme könnten Rahmen setzen, entscheidend bleibe aber das menschliche Miteinander.

Empfehlung für den Westwind
Für das Jahr 2026 gab Wüst den Gästen auf die Frage von Leo Dautzenberg mit auf den Weg, dass Nordrhein-Westfalen nur dann erfolgreich bleibe, wenn Optimismus, Verantwortung und Zusammenhalt Hand in Hand gingen.
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Der Verein Westwind steht beispielhaft für Engagement, Zusammenhalt und Verantwortungsbewusstsein für unser Land. Als Botschafter Nordrhein-Westfalens in der Hauptstadt fördern seine Mitglieder den Austausch, knüpfen Netzwerke und tragen dazu bei, die Stärken unseres Landes sichtbar zu machen. Dieses Engagement ist ein wichtiger Beitrag dazu, Nordrhein-Westfalen über seine Grenzen hinaus wirksam zu vertreten. Auch dank dieses Einsatzes blicken wir in Nordrhein-Westfalen zuversichtlich auf das Jahr 2026. Unser Land zeigt, dass Politik dann einen Unterschied machen kann, wenn sie konsequent, pragmatisch und lösungsorientiert handelt – gerade in herausfordernden Zeiten. Dieser gemeinsame Einsatz für die Zukunft unseres Landes verbindet Politik und engagierte Akteure wie bei Westwind.“

Zum Abschluss dankte der stellvertretende Vorsitzende Norbert Lemken dem Ministerpräsidenten für die offenen Einblicke, seine Zeit und sein Engagement für Nordrhein-Westfalen. „Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, wir sind sehr dankbar, dass Sie unsere Einladung zum Westwind angenommen haben und sehen dies als großen Zuspruch für die weiteren Westwind-Aktivitäten“, unterstrich Lemken.

Beim anschließenden Get together wurde die Diskussion lebhaft fortgeführt – getragen von spürbarer Begeisterung und Aufbruchstimmung.







Fotos: Julia Murray

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